Aktien Schweiz: Grossbanken und Defensive bremsen

Zürich (awp) - Die Schweizer Börse tritt zu Wochenschluss auf der Stelle. Es sind die Grossbankenaktien und defensive Papiere, die die Indizes zurückbinden. Im Fokus der Anleger stehen unverändert der Brexit und die chinesisch-amerikanischen Handelsgespräche. Nach dem Votum des britischen Parlaments für eine Verschiebung des EU-Austritts hofft Premierministerin Theresa May nun auf einen Erfolg für ihr Brexit-Abkommen im dritten Anlauf.

Der grosse Eurex-Verfall sorgt laut Händlern für Umsatz und Bewegung am Markt. Am grossen Eurex-Verfall, dem Hexensabbat, laufen Options- und Futures-Kontrakte auf Indizes und Aktien aus. Dabei kann es bei grossen Umsätzen zu heftigen Kursausschlägen kommen. Am Nachmittag stehen noch wichtige Konjunkturdaten aus den USA auf dem Programm. So der Konjunkturindex der New Yorker Notenbank-Filiale sowie die US-Industrieproduktion.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 11.10 Uhr 0,11 Prozent tiefer bei 9'471,63 Punkten. Während der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) um 0,08 Prozent auf 1'462,53 Punkte steigt, gibt der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,09 Prozent auf 11'213,00 nach. Bei den 30 SLI-Titeln stehen 21 Gewinner 9 Verlierern gegenüber.

Die Grossbankenaktien UBS (-0,7%) und Credit Suisse (-0,5%) notieren tiefer und sind mit für die verhaltene Entwicklung des SMI verantwortlich. Die UBS hatte am Morgen wegen abermals erhöhter Rückstellungen für Rechtsfälle und regulatorische Angelegenheiten die Gewinnzahlen nach unten revidiert.

Zudem äusserte sich die Grossbank in ihrem Geschäftsbericht 2018 für die Geschäftsentwicklung im laufenden Jahr vorsichtig. Die Gewinnrevision könnte einen Einfluss auf die Aktienrückkäufe haben, merkten Analysten an. Auch die Papiere von Julius Bär (+0,1%) geraten in Sippenhaft.

Wenig gefragt sind auch die defensiven Schwergewichte Roche (-0,7%), Novartis (-0,1%) und Nestlé (-0,7%). Und Vifor Pharma (+0,1%) legen nach dem gestrigen Kurssprung von fast 8 Prozent eine Verschnaufpause ein.

Auch andere defensive Werte reissen keine Bäume aus. Die Papiere des Hörgeräteherstellers Sonova sinken etwa um 0,5 Prozent. Auch Swisscom (+0,3%) und Givaudan (-0,5%) hinken dem Gesamtmarkt hinterher.

Die Gewinnerliste wird entsprechend von zyklischeren Valoren besetzt. Allen voran die volatilen Papiere des Chipherstellers AMS ziehen um 2,7 Prozent an. Dahinter folgen die Aktien des Reisedetailhändlers Dufry (+2,6%). Baader Helvea hat die Valoren auf 'Buy' von 'Hold' hochgestuft.

Die Aktien des Luxusgüterkonzerns Richemont ziehen um 1,3 Prozent an. Marktteilnehmern zufolge wurde ein grösserer Verkaufsauftrag nun abgeschlossen, der die Valoren während mehreren Tage belastet habe. Zudem hat die DZ Bank ihre Kaufempfehlung mit einem höheren Kursziel bestätigt.

Am breiten Markt fallen die Aktien von U-Blox mit einem Kursplus von 1,5 Prozent auf. Der Spezialchip-Hersteller hat im vergangenen Jahr zwar einen Gewinnrückgang verzeichnet und die Erwartungen der Finanzgemeinde verfehlt. Nach Ansicht von Analysten könnte die Firma im Vorjahr den Tiefpunkt durchschritten haben.

Die Aktien des Biotechunternehmens Polyphor ziehen nach Geschäftszahlen um 5 Prozent an. Die Zahlen haben allerdings kaum Bedeutung, da sich die potenziellen Produkte noch in der Entwicklungsphase befinden. Viel wichtiger sei es, dass die Entwicklungsprojekte auf Kurs seien und genügend Mittel dafür bereitlägen, meinen Analysten.

Die Aktien von Hochdorf (-0,8%) stehen weiter unter Druck. Der Milchverarbeiter befindet sich in einer Auseinandersetzung mit verschiedenen kritischen Aktionären. Gleiches gilt für den Industriekonzern Comet, dessen Papiere um 0,6 Prozent anziehen.

ra/tt