Aktien Schweiz Schluss: SMI schliesst wegen Big Pharma im Minus

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch leicht im Minus geschlossen. Der Leitindex SMI gab damit am siebten Handelstag des Jahres erstmals leicht nach. Der Handel verlief zur Wochenmitte zunächst über weite Strecken ruhig und ohne allzu grosse Ausschläge. Viele Investoren hätten im Vorfeld der mit Spannung erwarteten Rede des designierten US-Präsidenten Donald Trump eine abwartende Haltung eingenommen, hiess es von Analysten.

Diese Rede begann zwar erst kurz vor Handelsschluss, vermochte jedoch die Titel der beiden Pharma-Schwergewichte von Novartis und Roche und damit auch den Gesamtmarkt noch deutlich zu drücken. Trump deutete während seiner kurzen Ansprache sein Missfallen gegenüber der Marktmacht der Pharma-Konzerne an. Von Unternehmensseite lagen hierzulande nur wenige Nachrichten vor, für Kursveränderungen sorgten vor allem Analystenkommentare.

Bei Börsenschluss notierte der Swiss Market Index (SMI) 0,26% tiefer bei 8'427,15 Punkten und damit im Bereich des Tagestiefs; zuvor hatte sich der Leitindex grösstenteils leicht über dem Vortagesschluss bewegt. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, zog um 0,03% auf 1'333,55 an, während der breite Swiss Performance Index (SPI) wiederum um 0,20% auf 9'180,53 Stellen nachgab. Von den 30 wichtigsten Titeln schlossen neun im Minus, 18 im Plus und drei unverändert (u.a. Nestlé).

Die grössten Verluste unter den Blue Chips verzeichneten Novartis (-1,3%) und Roche (-1,1%). Die beiden Schwergewichte waren schon vor der Trump-Rede nicht vom Fleck gekommen. Bei Novartis sorgten vorsichtige Kommentare im Vorfeld der Quartals- und Jahreszahlen in zwei Wochen für Kursverluste. Die Pharma-Experten der Credit Suisse senkten angesichts der zahlreichen Unsicherheitsfaktoren und deutlich gesenkter Gewinnerwartungen sogar das Rating auf "Neutral".

Bei Roche hiess der Auslöser für die Abgaben Merck& Co. Die Amerikaner hatten am Vorabend mitgeteilt, dass sie bei der US-Gesundheitsbehörde FDA die Zulassung für ihr Immun-Therapeutikum zur Behandlung von Lungenkrebs beantragt hätten. Dass dies schon jetzt geschehen sei, werteten Analysten als herben Rückschlag für den Basler Konzern. Denn damit sicherten sich die Amerikaner einen enormen Zeitvorsprung.

Mit Actelion (-1,2%) zählte auch der dritte Pharma-Titel zu den Hauptverlierern. Die Valoren hatten am Vortag überdurchschnittlich zugelegt, nachdem Spekulationen über einen Übernahmepreis von gegen 300 CHF je Aktie die Runde gemacht hatten. Actelion ist bekanntlich im Visier von Johnson&Johnson.

Verluste von mehr als 1% verzeichneten ausserdem noch LafargeHolcim (-1,2%).

Auf der anderen Seite vermochte sich ein Duo positiv in Szene zu setzen. Es bestand aus Dufry (+2,7%) und ABB (+2,2%). Bei Dufry fehlten zwar spezifische Nachrichten, Händler erklärten sich die Avancen mit Aktivitäten von ausländischen Grossinvestoren. Bei ABB erhöhte die US-Bank Merrill Lynch das Rating auf "Buy" von "Neutral". Die Analysten rechnen unter anderem mit einer verbesserten Nachfrage, etwa aus China und den USA. Der Konzern dürfte aber auch von einem weiteren Grossauftrag profitieren, der im Verlauf des Mittwochvormittags publik wurde. Schon am Vortag hatte der Konzern einen Grossauftrag vermeldet.

Hinter diesem Duo reihten sich Syngenta (+1,8%) und Lonza (+1,2%) ein - als einzige weitere Titel mit Avancen von über 1%. Lonza erhielten von einer Studie der CS-Analysten Rückenwind. Diese erhöhten das Kursziel über das aktuelle Niveau.

Im Plus schlossen ausserdem Sika (+0,5%), nachdem der Bauchemiekonzern am Morgen eine kleinere Übernahme in Österreich angekündigt hatte.

Am breiten Markt zogen Dottikon nachrichtenlos um 16% an. Markant im Plus schlossen auch die Pharmapapiere von Santhera (+9%). Auf der anderen Seite verbuchten GAM (-4,1%) nach einer Rating-Abstufung sowie Ems Chemie (-3,1%) klare Verluste.

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